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Der Stadtseniorenrat Geislingen e.V. begrüßt Sie auf seiner Homepage

Informieren Sie sich über unsere vielfältige ehrenamtliche Arbeit mit dem Ziel, die Lebensqualität der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger in Geislingen an der Steige zu erhalten und zu verbessern.

Als Bundeskanzlerin Angela Merkel vor etwas über 5 Wochen warnte, dass die rapide ansteigenden Infektionszahlen zu schwerwiegenden Folgen führen würden und bei einem ungebremsten Wachstum bis Weihnachten 2020 mit einer täglichen Zahl von neu Infizierten von knapp 20.000 zu rechnen sei, warfen ihr einige sogenannte „Experten“ Panikmache und Alarmismus vor. Auch die „Geislinger Zeitung“ titelte in ihrer Ausgabe vom 1. Oktober 2020 „Bitte weniger Übertreibung“. Die Bundeskanzlerin appellierte für sie außergewöhnlich emotional und sehr eindringlich, hinsichtlich Corona wieder vorsichtiger zu werden und mehr zum Schutz vor Corona zu tun.

Leider hat dieser Appell nichts genutzt. Wie wir inzwischen erfahren mussten, wurde die von der Bundeskanzlerin für Weihnachten prognostizierte Zahl an täglichen Neuansteckungen von knapp 20.000 bereits Ende Oktober erreicht. Es war deshalb unumgänglich, weitere Maßnahmen zu ergreifen und, nachdem alle Appelle nichts gefruchtet haben, auch auf verbindliche Regelungen zu setzen.

Und wieder haben wir dieselbe Situation. Einige (selbsternannte?) Experten kritisieren die notwendigerweise ergriffenen Maßnahmen und finden dabei in verschiedenen Medien Gehör. Sie schlagen unter anderem vor, den Menschen mehr Freiheiten zu gewähren und nur die sogenannte „Risikogruppe“ zu schützen. Leider verraten sie nicht, wie das gehen soll. In der Bundesrepublik gibt es ca. 20 Millionen Menschen, die aufgrund ihres Alters oder aufgrund von Vorerkrankungen zur sogenannten „Risikogruppe“ gehören. Sollen diese 20 Millionen Menschen einfach weggesperrt werden, indem sie sich nicht mehr selbst versorgen dürfen? Indem sie keine Kontakte zu ihren Kindern und Enkelkindern mehr haben dürfen? Alle Maßnahmen, die in dieser Richtung ergriffen werden, laufen doch auf eine Stigmatisierung hinaus. Hinzu kommt, dass es viele Menschen gibt, die unter Vorerkrankungen leiden, die diesen Menschen überhaupt nicht bekannt sind. Das Leben all dieser Menschen würde extrem gefährdet.

Und ein weiterer Punkt kommt hinzu. Menschen, die nach einer Ansteckung ernsthaft an Covid-19 erkranken, kommen nach 2 bis 3 Wochen in die Klinik. Die Menschen, die jetzt in die Kliniken kommen, haben sich also vor 2 bis 3 Wochen infiziert. Am Samstag, dem 10. Oktober, belief sich die Zahl der Personen, die sich in den letzten 7 Tagen infiziert hatten, noch auf 20.248. In der darauf folgenden Woche, also am 17. Oktober, belief sich diese Zahl auf 33.742 Personen. Das sind die Fälle von Neuansteckungen, die bei einem schwereren Verlauf jetzt in die Kliniken kommen. Am 24. Oktober stieg die Zahl der in den letzten 7 Tagen Infizierten jedoch auf 56.866 und am 31. Oktober sogar auf 92.250. Wenn man dann noch bedenkt, dass bereits jetzt in manchen Kliniken 80% der für die Behandlung von an Covid-19 Erkrankten benötigten Intensivbetten belegt sind, kann man leicht ausrechnen, dass unser Gesundheitssystem bei einer weiteren Zunahme der Neuansteckungen restlos überfordert sein wird. Dann wird das eintreten, was alle Verantwortungsbewussten fürchten, nämlich dass Ärzte entscheiden müssen, wen sie noch intensivmedizinisch behandeln und wen nicht.

Deshalb unser Appell an Alle:

  • Halten Sie sich an die Regeln, die ab heute, den 2. November 2020 gelten und hören Sie nicht auf sogenannte „Experten“, die Ihnen etwas anderes einreden wollen.
  • Tragen Sie, wann immer dies erforderlich ist, eine Maske. Bedenken Sie aber, dass eine einfache Stoffmaske sie selbst nicht schützt und andere nur in beschränktem Maße. Manche Städte stellen bereits Überlegungen an, an gefährdete Personen hochwertige FFP-2 Masken auszugeben.
  • Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht unbedingt erforderlich sind.
  • Aber vergessen wir nicht unsere Angehörigen, die in einem Heim untergebracht sind. Halten wir den Kontakt mit Ihnen unter Beachtung aller erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen aufrecht.
  • Seien Sie bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel besonders vorsichtig. Manche Städte raten besonders gefährdeten Personen ab, den Bus zu benutzen. Überlegen Sie sich vor jeder Fahrt, ob diese wirklich unbedingt nötig ist.
  • Werben Sie auch bei Verwandten und Bekannten und auch bei jüngeren Menschen für die Einhaltung der Regeln, für Kontaktbeschränkungen und dafür, dass auch diese größte Vorsicht walten lassen. Auch Jüngere können schwer an Covid-19 erkranken. Wenn die Verbreitung des Virus nicht gebremst werden kann, sind die Kliniken auch mit der Behandlung dieser Personengruppe überfordert.

So schwer die jetzt ergriffenen notwendigen Maßnahmen auch manche Wirtschaftszweige sicherlich treffen, sollten wir uns doch vergegenwärtigen, dass folgender Satz seine Berechtigung hat:

Die Wirtschaft kann man, wenn man Corona eines Tages im Griff hat, wieder beleben, einen wegen Corona verstorbenen Menschen aber nicht.

Viele Bürgerinnen und Bürger, die über eine Patientenverfügung verfügen, haben in dieser geregelt, dass sie keine künstliche Beatmung wünschen bzw. eine schon eingeleitete künstliche Beatmung eingestellt werden soll, wenn sie sich unabwendbar im unmittelbaren Sterbeprozess befinden oder wenn es sich um das Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit handelt. Die Menschen wollen dann nicht von Maschinen und Apparaten künstlich am Leben gehalten werden. Zwar bezieht sich die Patientenverfügung in diesem Punkt eindeutig auf Krankheitssituationen, in denen medizinische Möglichkeiten ausgeschöpft und nur noch palliative Therapien und lebenserhaltende Maßnahmen möglich sind, aber heute stellt sich vermehrt die Frage, was bei einer Erkrankung an COVID-19 geschieht.

So berichtet beispielsweise der Kreisseniorenrat Böblingen, dass er verstärkt Anrufe besorgter Bürgerinnen und Bürger bezüglich ihrer Patientenverfügung erhalte. Die meisten würden befürchten, dass sie wegen ihrer Patientenverfügung bei einer Corona-Erkrankung keine künstliche Beatmung erhielten. Zwar bezieht sich die Patientenverfügung, wie oben ausgeführt, auf eine andere medizinische Situation, um jedoch keine Zweifel aufkommen zu lassen, möchten die Bürgerinnen und Bürger klar zum Ausdruck bringen, dass sie bei einer COVID-19 Erkrankung durchaus behandelt und erforderlichenfalls auch beatmet werden wollen.

Der Kreisseniorenrat Böblingen hat deshalb eine Ergänzung zur vorhandenen Patientenverfügung empfohlen. Der Stadtseniorenrat Geislingen schließt sich dieser Empfehlung an und schlägt folgende Ergänzung vor:

  • Im Falle meiner Erkrankung an COVID-19 bzw. einer Erkrankung durch das Coronavirus oder ein ähnlich wirkendes Virus verlange ich die Durchführung einer künstlichen Beatmung, sofern dies aus medizinischer Sicht notwendig ist.
  • Sollte während der Behandlung ein Krankheitszustand eintreten, wie er im ersten Absatz meiner Patientenverfügung beschrieben ist, so soll meine Patientenverfügung wieder voll umfänglich gelten.
  • Alle anderen Bestimmungen meiner Patientenverfügung behalten weiterhin voll ihre Gültigkeit.

Ein entsprechender Vordruck ist unter der Rubrik „Downloads – Aktuell“ verfügbar und kann dort auch herunter geladen werden.

Bitte bleiben Sie zu Hause !

 Von Angestellten in Supermärkten wird immer wieder berichtet, dass sie beobachten, wie ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger in den Supermärkten einkaufen und zwischen den Regalen hin und her schlendern.

Nach den Veröffentlichungen des Robert Koch Instituts sowie des Sozialministeriums Baden-Württemberg sind Ältere durch den derzeit grassierenden Coronavirus besonders gefährdet. Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf einer Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) besteht für Menschen, die 60 Jahre und älter sind. Das Risiko an der Krankheit zu versterben steigt ebenfalls mit dem Alter. Betroffen sind Menschen, die 80 Jahre und älter sind. Bei den über 80-Jährigen können bei einer Erkrankung mit dem Coronavirus 20 bis 25% der Infizierten sterben. Hintergrund hierfür ist, dass das Immunsystem mit zunehmendem Alter auf Infektionen weniger gut reagiert als bei Jüngeren.

Neben den Älteren haben auch Raucher und Personen mit einer Vorerkrankung unabhängig vom Alter ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Dazu zählen vor allem

  • Menschen mit einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems (z.B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
  • Mit einer Erkrankung der Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis)
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Patienten mit einer Krebserkrankung
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z.B. Cortison).

An die Menschen, die der Risikogruppe angehören, ergeht die dringende Bitte, bleiben Sie zu Hause.

Sie werden jetzt sagen, aber ich brauche doch Lebensmittel, ich brauche Getränke und andere Dinge, vielleicht auch Arzneimittel aus der Apotheke, ich muss doch einkaufen gehen. Erfreulicherweise haben sich verschiedene Gruppen mit den Gefährdeten solidarisch erklärt und ihre Bereitschaft bekundet, für diese die notwendigen Besorgungen zu übernehmen. Diese Idee wollen wir unterstützen und den Älteren und Erkrankten zugleich etwas Hilfestellung geben. Dazu wollen wir diese Gruppen und ihre Ansprechpartner in der nächsten Zeit hier auf unserer Homepage veröffentlichen.

 

Derzeit sind uns folgende Aktionen bekannt, die Menschen Hilfe anbieten, weil diese zu Hause bleiben müssen:

Geislingen hilft!

Sowohl Hilfesuchende als auch Personen, die helfen wollen, können sich bei Christine Pfundtner vom Mehrgenerationenhaus unter der Nummer 07331-440 363 melden. Frau Pfundtner koordiniert die Angebote und die Hilfesuchenden und kann dabei auch auf verschiedene Gruppen und Organisationen, wie Kirchen und Vereine, zurückgreifen. Frau Pfundtner kümmert sich auch darum, dass nur seriöse Angebote zum Einsatz kommen.

Wenn Sie den nachfolgenden Link anklicken, kommen Sie zur Internetseite von „Geislingen hilft!“ 

https://www.mehrgenerationenhaus-geislingen.de/index.php?id=346

 Jugendorganisation der SPD - Jusos

Die Jugendorganisation der SPD, die Jusos, bietet kreisweit an, Helfer und Hilfesuchende zusammen zu bringen. Die Details können unter der Nummer 07161-966 1742 erfragt werden. Viele weitere Details und auch ein Schema, wie die Hilfe funktioniert, sind im Internet veröffentlicht. Zur entsprechenden Internetseite führt folgender Link:

https://www.jusos-gp.de/jusoshelfen/

Handballer der TG Geislingen

Auch die Handballer der TG Geislingen haben sich bereit erklärt, älteren Personen, welche zur Risikogruppe gehören, oder Personen, die sich in Quarantäne befinden, zu unterstützen. Kontakte können erfolgen über die Nummer 0178-932 2012, durch eine Mail an handball@tg-geislingen.de oder eine Nachricht per Whats-App. Die Handballer der TG Geislingen arbeiten auch mit der Aktion "Geislingen hilft" des Mehrgenerationenhauses zusammen. Näheres auch unter dem Link:

https://www.tg-geislingen.de/corona-einkaufs-service/

DRK Kreisverband Göppingen

Eine sehr interessante Alternative bietet der DRK Kreisverband Göppingen an. Gemeinsam mit dem Göppinger Lebensmittelgroßhändler Wagner hat er einen Lieferservice für Lebensmittel eingerichtet. Es wird ein fertig gepacktes Lebensmittelpaket geliefert, das Vorrat für eine Person und eine Woche enthält, wie Brot und Nudeln, Milch und Eier, Obst und Gemüse aber auch Konserven und Toilettenpapier. Da die Waren von einem Großhändler bezogen werden, seien sie relativ preisgünstig erhältlich.

Bestellungen können von Montag bis Donnerstag von 8.00 um 16.00 Uhr bei der DRK-Kreisgeschäftsstelle unter Tel. 07161/6739-12 aufgegeben werden. Alle Bestellungen, die bis 12.00 Uhr eingehen, werden am darauffolgenden Werktag ausgefahren.

Zum Schluss haben wir noch eine Bitte: Viele Ältere und vor allem Hochbetagte haben kein Internet. Bitte informieren Sie auch diese, dass sie doch bitte zu Hause bleiben sollen, und weisen Sie sie auf die angebotenen Hilfestellungen hin. Aber machen Sie dies bitte nur per Telefon oder nur mit einem großen Abstand zueinander.

Und zum Schluss noch das Allerwichtigste:

Bleiben Sie gesund!